Do Khyi
Aus Hunderassen & Hunde-Lexikon
Rassebeschreibung: Do Khyi, Tibet-Dogge, Tibet-Mastiff FCI Nr. 230 Sektion 2
Geschichte/Herkunft:
Der Do Khyi hat seine Entwicklung im Bereich des Hochplateaus Tibets und der angrenzenden Länder genommen. Die Untersuchungen der Mitochondrien-DNA durch Savolainen & Koll. im Jahr 2002 zur Domestikation des Haushundes ergaben durch vier aus der Ursprungsregion Tibet teilnehmende Do Khyi, dass dieser Hundetyp mit eine der ältesten, weitgehend bis heute unbeeinflussten Hunderasse geblieben ist. Dagegen ist die Mitwirkung des Do Khyi oder der Tibet-Dogge bei der Entstehung der Molosser-Hunderassen durch diese Erkenntnisse in den Hintergrund gerückt, deren Entstehungsgeschichte ist wesentlich jünger. Der Do Khyi ist ein Wach- und Hirtenhund, welcher sich im Umfeld des tibetischen Hochlandes weitgehend unbeeinflusst erhalten und auch entwickelt hat. Deshalb war der Do Khyi lange Zeit nach seiner Entdeckung, bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ein für die Abstammungslehre der Kynologen sehr interessanter Hundetyp. Theorien darüber wurden nun durch die Forschung in ein anderes Licht gerückt. Er ist also eine Hunderasse vom Urhundetyp. Die ersten erfolgreichen Zuchtbemühungen in den 1890er-1930 er Jahren, fanden mit den sich verändernden Gesellschaftsverhältnissen vor und nach dem 2. Weltkrieg ein jähes Ende. Der Neubeginn der Zucht begann erst wieder Ende der 1970er Jahre, fast zeitgleich in den USA und Europa. Die sehr wenigen Ausgangstiere waren dieses Mal aber nicht aus Tibet, sondern aus Nepal, Bhutan und Nord-Indien. Der Do Khyi begleitete seit langen Zeiten in einer unverändert gebliebenen Gesellschaftsstruktur die tibetischen Nomaden oder die Handelskarawanen auf deren Wanderungen, er wurde auch als Wachhund an den Bauernhäusern und Klöstern geschätzt. Er wird wie in seiner Heimat Do Khyi genannt, wobei „Khyi“ einfach den „Hund“ bezeichnet und „Do“ steht für „angebunden sein“. Der Do Khyi ist eine Urform des Herdenschutzhundes und ideal an die kargen Bedingungen seiner Heimatregion angepasst. Seine Funktion dort ist das territoriale Bewachen von Vieh, Hab und Gut, sowie der ihm eng angeschlossenen Menschen. Bei den jahreszeitlich bedingten Wanderungen der Nomaden und Karawanen über Hunderte von Kilometern wurde von ihm erwartet, dass er mitlaufen kann. Oft trugen diese Hunde auch selbst Handelsware auf dem Rücken. Viele besitzen auch einen ausgeprägten Jagdtrieb und jagen erst mit hoher, dann mit tiefer Nase. Bei Sichtkontakt neigen sie auch zum Hetzen von Wild. Nutztieren gegenüber zeigen sie bei frühzeitiger Gewöhnung eine hohe Toleranz und einen angeborenen Schutzinstinkt, ebenso gegenüber zur Familiengruppe als zugehörig empfundenen Hunden.
Verwandtschaft:
Himalayan Sheepdog, Mongolian Sheepdog, Mongolian Mastiff, Banghara Mastiff
Charakter:
Der Do Khyi ist ein nervenstarker, unerschütterlicher und dabei eigenständiger und selbstbewusster Hund mit dem Verhalten der Hunde vom Urtyp, der sich also sehr eng an seine engsten Menschen der Familiengruppe anschließt und eine sehr liebenswerte Vertraulichkeit diesen gegenüber aufweisen wird. Er hat eine besondere Beobachtungsgabe, ist sehr intelligent und neugierig und verfügt über ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Fremden Menschen gegenüber ist er zurückhaltend bis abwägend. Er verfügt über einen von Natur an ausgeprägten, territorialen Wach- und Schutzinstinkt, dieser muss nicht ausgebildet werden, sondern er soll lernen, dass es wenig zu schützen gibt in unserer Umwelt. Für eine Zwingerhaltung ist dieser intelligente, selbst entscheidende Hund völlig ungeeignet. Ein enger Familienanschluss, gute Prägung und Sozialisierung und eine ausreichende Beschäftigung seinen Anlagen gemäß im Bewachen und auf größeren Wanderungen. Eine überlegte aber bestimmte Konsequenz, Humor, leise Freundlichkeit mit Einfühlungsvermögen mit Ausdauer in der Erziehung lassen ihn zu einem souveränen Begleiter und Haushund werden. Jagdlich veranlagte Do Khyi müssen beim Spaziergang angeleint bleiben, da sie wenn sie eine Spur aufgenommen haben, Stunden bis Tage verschwunden sein können und erfolgreich jagen.
Schulterhöhe/Widerristhöhe:
Hündin ab mindestens 61 cm, Rüden ab mindestens 66 cm, keine Obergrenze
Aussehen/Erscheinungsbild:
Ein durch den Pelz mächtig wirkender, imposanter aber immer beweglicher Gebirgshund. Er kommt als leichterer und schwererer Schlag vor. Der in der Zucht erwünschte schwere Schlag des Do Khyi hat einen muskulösen, starkknochigen Körperbau mit massig wirkendem Schädel. Dabei kann er sich trotz seiner Masse nach der Ausreife blitzschnell und fast völlig lautlos bewegen. Rüden haben deutlich mehr Fell und Mähne als Hündinnen. Im Sommer deutlich weniger Haar als im Winter, welches stockhaarig, meist aber langstockhaarig ist. Das Haar bildet oben am Kopf in der Mähne eine kleine Krone Die eher kleinen, hängend dicht am Kopf anliegenden Ohren können darin fast verschwinden, werden aber bei Erregung leicht nach vorne angehoben, die Rute wird gerollt über dem Rücken getragen, der Körperbau ist nur wenig länger als die Risthöhe, ein kompakter, beweglicher Hund also.
Farbe:
Schwarz, einfarbig Blau, Rotgold oder Schwarz mit braunen Abzeichen, oder Blau mit braunen Abzeichen, die Farbe der Abzeichen kann von sehr hell, fast creme bis dunkles Braun variieren. Ein kleiner weißer Brustfleck ist häufig zu finden. Augenfarbe: Dunkles Braun bis mittleres Braun. Alle anderen Farben gelten als Fehlfarben.
Gewicht:
Je nach Größe, ob schwerer oder leichter Schlag von Hündin bis Rüde von ca. 35 kg bis 65 kg.
Durchschnittliche Lebenserwartung:
bis 10 Jahre, einzelne Exemplare werden auch älter bis ca. 15 Jahre
Gesundheit/Anfälligkeiten:
Robust Zucht hin zu extremer Faltenbildung von daher kann Ektropium, Entropium vorkommen Etwas häufiger erkranken Do Khyi an: Schilddrüsenunterfunktion, HD, Autoimmunschwäche wie Demodex canis, Allergien, Autoimmun-Organversagen; Vorkommen kann: Augenerkrankungen PRA, juveniler Katarakt; epileptische Anfälle, Herzfehler angeborene oder erworbene (falsche Aufzucht, Haltung) Wesensschwäche Auslauf/Haltung: kein „Sport- oder Fahrradhund“, ausgedehnte Wanderungen und Spaziergänge, Freilauf und Spiel mit Artgenossen auf weitläufig eingezäuntem Gelände
Pflege:
Beim meist einjährigen Fellwechsel Berge von Haaren mit wöchentlich erforderlichen Bürsten und Kämmen, sonst pflegeleicht
FCI-Nummer:
230 Sektion 2
Verbreitung:
eher selten anzutreffen, Modehund unter den Hirtenhundrassen
Vereine:
Do Khyi Club Schweiz DKCS http://www.do-khyi-club.ch/
Wissenswertes zum Schluss:
Ein Hund für Menschen, welche das katzenartig unabhängige Wesen dieser Hunde lieben können.
Links:
http://www.tierzucht-hannover.de/proben/epilepsie/merkblatt_dokhyi_hund_jw.pdf
http://www.dokhyi-epilepsie.de
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